Martina G. Füssel Tarotberaterin
TAROTOLOGIE - Das Kompaktbuch von Martina G. Füssel - ISBN: 978-3-89094-716-7

Die Geschichte des Tarot

(Auszug aus meinem Buch © TAROTOLOGIE, Bohmeier-Verlag, 2013):


Theorien zur Herkunft des Begriffs Tarot

Viele Tarotwissenschaftler haben sich mit dieser Grundsatzfrage befasst. Dabei sind verschiedene Herkunftsländer wie Ägypten, Indien, Pakistan aber auch China und Korea genannt worden. Darüber hinaus gibt es auch Spekulationen, der Begriff Tarot käme aus dem Lateinischen oder Ungarischen. Die Bedeutung dieses Wortes ist aus Sicht der Sprachwissenschaft bis heute allerdings gänzlich unbekannt.

14. bis 16. Jahrhundert

Im Jahre 1939 fand man in Istanbul ein Kartenspiel der Mamelucken. Nachforschungen ergaben, dass die Mamelucken ab Mitte des 13. Jahrhunderts in Ägypten herrschten. Von dort kamen die Karten höchstwahrscheinlich gegen Anfang des 14. Jahrhunderts nach Spanien. Die ersten dokumentierten Kartendecks, welche man als Vorläufer des europäischen Tarots bezeichnen kann, entstanden um 1420 bis 1449 am Hof der Mailänder Herzogsfamilien Visconti und Sforza. Im Jahr 1557 entstand der erste Tarot, wie wir diesen vom heutigen Aufbau her kennen, in Lyon von Catelin Geofroy.

18. Jahrhundert
1760 entwickelte der deutsche Jude Nicolas Conver den "Marseiller Tarot". Am Marseille-Tarot orientiert sich auch heute noch die Reihenfolge der Karten. Wann nun genau der erste esoterische Tarot entstanden ist, ist bis heute nicht genau belegt. Als Schlüsseljahr ist wohl 1781 anzusehen. In Paris war sich Antoine Court de Gébelin (1719 - 1784) sicher in den Karten einen "wahrsagerischen Aspekt" zu erkennen.

19. und 20. Jahrhundert
1889 schuf der Schweizer Kabbalist Oswald Wirth seinen “Wirth-Tarot“. Damit war er der Erste, welcher einen Einweihungsweg für die 22 Karten der Großen Arkana beschrieb und alle Karten mit einem Buchstaben des hebräischen Alphabets versah.
1909 schuf der Amerikaner Artuhr Edward Waite den berühmtesten und meistgenutzten Tarot weltweit, den Rider-Waite Tarot. Gemalt wurden diese Karten von der Künstlerin Pamela Coleman-Smith. Der bahnbrechende Unterschied von diesem zu anderen Decks bestand darin, dass die Zahlenkarten, bis dahin üblich, nicht nur mit der bloßen Anzahl der Symbole, sondern auch szenisch illustriert wurden. Somit wurden die Karten für nahezu jeden Menschen verständlich.
1944 veröffentlichte der Okkultist und Kabbalist Aleister Crowley seine Tarotkarten in Form von Buchillustrationen in dem Werk "Das Buch Thoth“. Wie Waite hatte auch Crowley eine Künstlerin an seiner Seite, Lady Frieda Harris. Da der Tarot erst 1969 als Kartendeck herauskam, erlebte Crowley den Hype, welchen er damit ausgelöst hatte, nicht mehr. Der Erfinder verstarb bereits 1947.

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